Die Tradition des BarbiersEr ist wieder da, zumindest in vielen Großstädten. Der Barbier. Doch kaum jemand weiß, woher die Tradition des Barbiers stammt. Ich schon und dieses Wissen möchte ich mit dir teilen. Die Bezeichnung Barbier stammt aus dem Französischen von „la barbe“ für „Bart“. Die Tradition des Barbiers ist Jahrhunderte alt und begann im Mittelalter. Allerdings waren Barbiere zu dieser Zeit noch nicht ausschließlich für den männlichen Bartwuchs zuständig. Sie waren berechtigt Zahnextraktionen und Aderlasse vorzunehmen sowie Klistiere durchzuführen. Auch die Körperpflege, Wundheilung und Krankenpflege oblag den Barbieren.

Ein Beruf mit schwerem Stand

Eigentlich mit wichtigen Aufgaben betraut, hatte der Barbier zu dieser Zeit keinen guten Stand. Im Mittelalter bis in die frühe Neuzeit galt der Barbier als ehrlos. Kinder aus Barbierfamilien hatten es schwer und das Ansehen der gesamten Familie litt unter dem Beruf des Vaters. Das sollte sich erst in der Mitte des 16. Jahrhunderts ändern, als es ihnen erlaubt wurde einen anderen Beruf zu erlernen. Mit der Erfindung des Rasierhobels gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen Männer sich Zuhause zu rasieren. Der Beruf des Barbiers ging mehr und mehr zurück. Später kamen elektrische Rasierer dazu und der Barbier verschwand nahezu komplett aus den Städten. Doch nicht überall.

Barbiere in den USA und südeuropäischen Ländern

Es gilt als ziemlich wahrscheinlich, dass die Popularität der Barbiere auch abhängig von der Bartmode ist. In den USA und vielen südeuropäischen Ländern lassen sich Männer seit vielen Generationen den Bart von einem Barbier pflegen. Dabei geht es nicht allein um die Pflege des Bartes. Der Besuch des Barbiers hat einen wichtigen sozialen Aspekt. Man trifft sich, um miteinander zu reden und die besondere Wohlfühl-Atmosphäre zu genießen. Ein bisschen Wellness, ein bisschen Klatsch und Tratsch, ein guter Kaffee oder Whiskey- die kleine Auszeit vom Alltag. Und ganz „nebenbei“ noch ein toll gepflegter Bart.

Barbiere in DeutschlandBarbiere in Deutschland- der Bart ist zurück

Deutschland beweist jedenfalls ganz deutlich, dass der Beruf des Barbiers von der Bartmode abhängig ist. Auch dir ist bestimmt schon aufgefallen, dass in vielen deutschen Städten ganz klassische Barbier Salons neu eröffnet haben. Die Barber Shops, wie sie hierzulande genannt werden, kommen dem Trend des Bartes nach. Und woher kommt dieser? Natürlich ein bisschen aus den USA, von Brad Pitt, von Daniel Craig und anderen Prominenten, die sich als Bartträger outen. Und wer freut sich noch über den neuen Trend? Natürlich die Rasiermesser Hersteller, zum Beispiel die Solinger Manufaktur Böker, die der Nachfrage kaum gerecht wird. Und wen sollte es noch freuen? Natürlich dich als Bartträger. Gönne dir etwas Gutes und besuche einen Barbier. Ich wette dein Bart war noch nie so exakt und professionell geschnitten und du hast dich nach der Bartpflege selten so gut gefühlt. Ich persönlich finde ja die Retro Barbier Salons am coolsten. Dicke Sessel, coole Musik und ein Ambiente, in dem wir Männer mal den Alltag für eine viertel Stunde vergessen können. Probiere es aus. Ich wette, du wirst nicht wieder darauf verzichten wollen.